Religion Aktuelle Studien: In 2 bis 10% aller Fälle führt die Beschneidung zu Komplikationen

Published on Dezember 4th, 2012 | by Humanist News

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Beschneidungsdebatte: Israelitische Kultusgemeinde zeigt Beschneidungskritiker an

 

Wien. (HN) Nachdem vergangenen Donnerstag Anzeigen gegen den Wiener Gemeinderabbiner Schlomo Hofmeister und den muslimischen Arzt und Beschneider Nihat Koca wegen vorsätzlicher Körperverletzung eingebracht wurden, holt die Israelitische Kultusgemeinde Wien nun zum Gegenschlag aus.

Der Präsident der Israelitischen Kultusgemeinde Oskar Deutsch teilte gestern per Presseaussendung mit, dass die Initiative Gegen Kirchenprivilegien nun wegen § 188 Herabwürdigung religiöser Lehren, § 283 Verhetzung und § 297 Verleumdung angezeigt wird, da die Initiative die Anzeigen gegen beide Beschneider unterstützt hatte.

Die “immer wieder künstlich entfachte Beschneidungsdebatte” und die daraus “unternommenen Angriffe” die einen “Respekt vor Andersdenkenden missen” lassen, seien der Grund für die Anzeigen der Israelitischen Kultusgemeinde gegen die Kritiker der Beschneidung, so Deutsch in der Aussendung.

Anzeige wurde zum einen von Sepp Rothwangl eingebracht. Rothwangl wurde als Kind Opfer sexueller Gewalt in kirchlichen Einrichtungen und setzt sich nun dafür ein, dass Kinder rechtlich besser geschützt werden. Zum anderen von Cahit Kaya, einem Ex-Muslim der als Kind ohne sein Einverständnis und ohne vorheriger Aufklärung über diesen Eingriff in einem Krankenhaus in Bregenz (Anm.: Vorarlberg, Österreich) zwangsbeschnitten wurde.

Aktuelle Studien: In 2 bis 10% aller Fälle führt die Beschneidung zu Komplikationen

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Gemeinderabbiner und Mohel (Anm.: jüdischer Beschneider) Schlomo Hofmeister soll nach eigenen Angaben mehr als 1000 Knaben beschnitten haben. Gegen den Rabbiner folgt eine weitere Anzeige wegen Verstoßes gegen das Ärztegesetz, da es in Österreich nur Ärzten vorbehalten ist, medizinische Eingriffe vorzunehmen.

Dem muslimischen Arzt Nihat Koca, der auch im Vorstand der Islamischen Glaubensgemeinschaft Österreich (IGGIÖ) ist und ein Beschneidungszentrum betreibt, wird zur Last gelegt, dass dieser auf seiner Webseite stolz Fotos von beschnittenen Jungen präsentiert hatte. Gegen  den Arzt wird daher eine Anzeige bei der Disziplinarkommission der Ärztekammer erfolgen. Die Bildergalerie auf der Webseite ist derzeit deaktiviert.

“Die Entfernung der Penisvorhaut ist ein Eingriff in die körperliche Unversehrtheit. Sofern keine medizinische Indikation gegeben ist, handelt es sich um vorsätzliche Körperverletzung”, erklärt Rechtsanwältin Anja Oberkofler, die die rechtliche Vertretung für Rothwangl und Kaya übernommen hat.

“Es ist nicht nachvollziehbar, warum allein die Billigung einer Körperverletzung durch Religonen zur Strafffreiheit führen soll”, so Anwältin Oberkofler. Österreich hat die UNO Kinderrrechtskonvention unterzeichnet, die Strafbarkeit der Beschneidung von Kindern aus religiösen Gründen vorsieht. Auch in der Europäischen Menschenrechtskonvention ist das Recht auf Schutz der physischen Integrität verankert.

 

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