Satire Ein Demonstrant der "American Atheists" verkündet seine Botschaft

Published on Oktober 1st, 2012 | by Humanist News

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Die Anti-Bewegung

 

Ein Gastartikel von Markus Arch

Ein regnerischer Freitag Abend. In der Wiener Innenstadt herrscht Aufruhr, die Vertreter der atheistischen, laizistischen und freidenkerischen Verbände haben sich zusammengeschlossen, um gegen die Diskriminierung ihrer Gemeinschaften vorzugehen. Menschenmassen marschieren durch die Strassen und halten Plakate mit Aufschriften wie “Nichts ist gross” und “Niemand starb für eure Sünden” hoch. Dabei werden sie von einem Großaufgebot der Polizei begleitet, die bis jetzt – Niemand sei Dank – noch nicht einschreiten musste.

Ein Demonstrant der "American Atheists" verkündet seine Botschaft

Ein Demonstrant der “American Atheists” verkündet seine Botschaft

“Die Nicht-Beschneidung unserer Kinder ist ein uraltes atheistisches Ritual, jeder, der dagegen argumentiert, könnte ein Nazi sein” erbost sich der Ober-Nichtrabbinerprophetendiakon der Bewegung. “Wir wurden von den gottgläubigen Anti-Atheisten lange genug diskriminiert, die sind eh alle rechts und Atheisten-feindlich.” Unterstützt wird er hierbei von aufgeklärten, nicht in christlich-mythologischen Vorstellungen verhafteten Politikern aller Farben und Richtungen. “Die Nicht-Beschneidung ist Teil unserer nichtchristlichen europäischen Leitkultur und deswegen wichtiger und stärker als der Zeitgeist”, meinen diese.

Zudem regen sich die Demonstranten über das mögliche Verbot der Nicht-Anbringung religiöser Symbole in öffentlichen Gebäuden wie Schulen oder Kindergärten auf. “Die Freiheit, nichts an die Wand zu hängen, darf man uns nicht nehmen – denn das widerspricht unserer Geschichte, außerdem sind unsere Gegner eh alle anti-atheistische Schreihälse, die uns nur deshalb nicht mögen, weil wir atheistisch sind”. Alle weiteren Argumente jener nicht-nichtreligiösen Vertreter und Verbände werden im Keim erstickt oder ignoriert, da sie unbequem sind- und eh von Böswilligen stammen. “Mangelnde Selbstreflexion und Boshaftigkeit uns gegenüber lassen grüßen” schreiben die Autoren von www.nicht-kath.net und der sehr extremen und umstrittenen Homepage www.nicht-kreuz.net.

Auch wenn der Mißbrauch an Kindern in nicht-religiösen Organisationen vor Kurzem für Schlagzeilen sorgte, wehren sich deren Vertreter vehement dagegen, die Fälle anständig aufzuarbeiten – denn: “Mißbrauch gibt es auch in religiösen Einrichtungen, all die weltweit anzutreffenden Mißbrauchsopfer sind Einzelfälle. Es sieht nur nicht so aus, weil es eben sehr viele EInzelfälle sind” meint der Sprecher der Nicht-Diözesen Wiens. Außerdem sind ja die Kinder selbst die Verführer, wie ein erzkonservativer Nicht-Bischof vor Kurzem behauptete.

Die Nicht-Religionsvertreter fordern Respekt für ihre Rituale und Anliegen. “Da es uns schon lange gibt und wir viele sind, müssen wir Recht haben – die logischen und treffenden Argumente der Nicht-Nichtreligiösen zählen nicht, denn die wollen uns eh nur diskrimieren, weil sie uns halt nicht mögen. Sie verstehen nicht, dass der Nicht-Glaube stärker ist als all ihre Logik und Wissenschaft” stimmen sie überein. Die Forderung, nichtreligiöse Institutionen aus weltanschaulichen Gründen nicht mehr mit besonderen Privilegien zu bevorzugen, wird harsch zurückgewiesen. “Auch wenn die Religiösen den Großteil des Budgets zur Verfügung stellen, so sind es trotzdem nichtreligiöse Verbände, die viel Gutes tun – natürlich nur aus dem Grund, weil sie nichtreligiös sind” zeigen sich all die Nicht-Bischöfe und Nicht-Kirchensprecher überzeugt. Das Argument, dass die Organisationen eigentlich staatlich sind, da sie mit Steuergeldern aller Menschen gestützt werden, verhallt ungehört.

Es bleibt abzuwarten, ob die Religiösen mit ihren Forderungen durchkommen – es ist aber unwahrscheinlich, da die Nicht-Religiösen viel mehr (Staats-)Geld und mediale Macht besitzen. “Es gibt trotzdem keinen Grund, die Nicht-Anbringung religiöser Symbole oder die Nicht-Beschneidung weiter aufrecht zu erhalten, genau genommen gab es nie einen Grund dafür” meint ein Sprecher der religiösen Verbände verzweifelt. Diese Äußerungen brachten ihm den Ruf als Ober-Nichtatheisten ein, der in Talkshows umherzieht und sich mit beleidigten Nicht-Religiösen rumschlagen muss, die ohne eigentlichen Grund Toleranz und Respekt einfordern.

Nach den Protesten und Nicht-Argumenten der Nicht-Religiösen wird es wohl allzubald zu keinem Umdenken kommen. “Natürlich nicht, denn Tradition und alte atheistische Texte verdienen mehr Respekt als Logik und individuelle Freiheit” sind die abschließenden Worte auf der Großdemo. Zum Glück, denn ohne die Nicht-Religiösität kann es natürlich keine moralischen Werte wie Nächstenliebe geben.

 

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2 Responses to Die Anti-Bewegung

  1. Alex says:

    Liebe Libanonreisende,es hat mich berfchrt und sehr gefreut, dass ihr es gfhascfet habt Bissarie, mein Geburtsort, zu besuchen. Auf eure Brichte, Eindrfccke und Fotos fcber die Reise sind wir alle gespannt. Weiterhin viel Spadf und tolle Begegnugen wfcnschen wir euch alle.Herzliche GrfcdfeMohamed und Ibtessam

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