Humanismus Die polnische Bischofskonferenz sieht sich als Hüter der Familie und leistet Widerstand gegen den Vertrag gegen häusliche Gewalt.

Published on Dezember 22nd, 2012 | by Humanist News

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Polens Bischöfe bekämpfen Konvention gegen Gewalt an Frauen und häusliche Gewalt

 

Wien. (HN) Polens Regierung unterschrieb am 18. Dezember 2012 die “Konvention des Europarates zur Verhütung und Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen und häuslicher Gewalt”. Dieses neue Übereinkommen ist das erste internationale rechtsverbindliche Instrument, das einen umfassenden rechtlichen Rahmen zum Schutz von Frauen vor jeglicher Form von Gewalt schafft.

Polens Bischöfe sehen die Familie in Gefahr

Polnische Geistliche bezeichnen das Dokument als einen ungerechtfertigten Eingriff in die Einrichtung der Ehe. Sprecher der polnischen Bischofskonferenz bemängeln die Defizite des Vertrags, “die natürlichen Unterschiede zwischen Mann und Frau” wären darin ausgeklammert. Die Bischofskonferenz appellierte an die Regierung, den Vertrag nicht zu unterzeichnen, da Polens Gesetze bereits ausreichend rechtliche Mittel gegen familiäre Gewalt bieten würden. So würde sich auch die Kirche bereits seit Jahren für Gewaltopfer engagieren.

Die polnische Bischofskonferenz sieht sich als Hüter der Familie und leistet Widerstand gegen den Vertrag gegen häusliche Gewalt.

Die polnische Bischofskonferenz sieht sich als Hüter der Familie und leistet Widerstand gegen den Vertrag gegen häusliche Gewalt.

Die liberale Tageszeitung Gazeta Wyborcza schrieb dazu: “Es entsteht irgendwie der Eindruck, dass den Geistlichen und den Bischöfen mehr daran gelegen ist, den Mythos der Heiligen Familie (nach kirchlicher Trauung) beizubehalten, anstatt den Frauen tatsächlich zu helfen. Sie betonen ja, dass es zur Gewalt nur in den nichtehelichen Lebensgemeinschaften und nicht in den Ehen kommt. … Letztlich befinden wir uns doch in einem Kampf gegen eine bestimmte Mentalität und gegen Vorurteile. Und hier kann die Konvention des Europarats sehr wohl helfen. Der katholischen Familie wird dies bestimmt nicht schaden.”

Inhalt der Konvention (zusammengefasst)

Im wesentlichen verpflichten sich die Unterzeichnerstaaten die rechtliche Gleichstellung von Mann und Frau in den Verfassungen und Rechtssystemen zu verankern. Besonders wird auch die Einrichtung von Frauenhäusern und der Kampf gegen Zwangsehen und (weibliche) Genitalverstümmelung forciert. Die Konvention tritt in Kraft, wenn mindestens 10 Ratifizierungen vorliegen. Derzeit hat lediglich die Türkei die Konvention ratifiziert.

Folgende dreizehn Mitgliedsstaaten des Europarates haben die Konvention am 11. Mai 2011 in Istanbul unterzeichnet (alphabetisch gelistet):

Deutschland Finnland Finnland
Frankreich Frankreich Griechenland Griechenland
Island Island Luxemburg Luxemburg
Montenegro Montenegro Österreich Österreich
Portugal Portugal Schweden Schweden
Slowakei Slowakei Spanien Spanien
 Türkei

 

Mehr zum Thema:
Alle Hintergründe zur Konvention gegen häusliche Gewalt

 

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