Russland: zum Islam konvertierte Schauspielerin tötet gemäßigten Prediger


Religion Nach dem Tod ihres Mannes wurde sie immer radikaler in ihren Ansichten.

Veröffentlicht am November 20th, 2012 | von Redaktion Wien

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Die 29-ährige Aminat Kurbanova wurde von ihrer Mutter russisch-orthodox (Christentum) erzogen, konvertierte 2007 aber aus Liebe zum Islam. 2003 heiratet sie Marat Kurbanov, den Mann, den sie in der Schauspielschule ihrer Heimatstadt Makhachkala (Dagestan) kennenlernte. Zwei Jahre später bekamen sie eine Tochter, Malika.

Aminat Kurbanova: während ihrer Hochzeit im Jahr 2003

Aminat Kurbanova: während ihrer Hochzeit im Jahr 2003

Der Bruder (Rustam) ihres Mannes Marat drängte sie mit der Zeit immer stärker dazu, den Islam anzunehmen. Ein Jahr später konvertierte Aminat Kurbanova schließlich zum Islam. Beide die Schauspielschule, da dies “un-islamisch” sei.

“Sie sagte, sie habe endlich die richtige Religion für sich gefunden”, erzählt ihre Mutter Vera Saprighina.

Der Bruder ihres Mannes wurde während einer Aktion gegen radikale Islamisten 2008 von der Polizei getötet. Ihr Mann verließ daraufhin das Haus um sich am Tod des Bruders zu rächen und kam nicht wieder. Er schloss sich militanten islamistischen Milizen an. Zwölf Monate später wurde ihr Mann von der Polizei erschossen, als er sich in einem Auto aufhielt, das auf einen Checkpoint zuraste.

Aminat Kurbanova versuchte als Schneiderin islamischer Kleidung etwas Geld zu verdienen. Sie wurde in dieser Zeit immer radikaler in ihren religiösen Ansichten. Ihre Mutter berichtete, ihre Tochter habe mehrmals betont, sie wäre “an diesem Tag am liebsten gemeinsam mit ihm gestorben”.

Nach dem Tod ihres Mannes wurde sie immer radikaler in ihren Ansichten.

Nach dem Tod ihres Mannes wurde sie immer radikaler in ihren Ansichten.

Nachdem sie nochmals heiratete, hielt die Ehe mit Timur Kurbamagomedov jedoch nicht lange. Sie hinterließ ihrer Mutter im März eine Nachricht, in der sie erklärte, sie halte diese Qualen nicht mehr aus.

Vor drei Monaten verabschiedete sie sich von ihrer Tochter und machte sich auf den Weg zu Scheich Said Atasayevs Haus, einem 74-jährigen Prediger. Sie trug einen Sprengstoffgürtel und sprengte sich dort gemeinsam mit sieben weiteren Menschen, darunter ein 12-jähriger Junge, in die Luft.

Ihre Verwandten versuchten die Nachricht von ihrer Tochter Malika fernzuhalten, aber in der Schule wurde bereits darüber gesprochen. “Deine Mutter ist eine Selbstmordattentäterin”, war einer der Vorwürfe ihrer Schulkameraden.

In den letzten zwei Jahren wurden in Dagestan 12 religiöse Führer von islamistischen Milizen getötet. Ihnen wurde eine zu freundliche Haltung zu Staat und Regierung vorgeworfen.

Kurbanovas Mutter Vera Saprighina besteht allerdings darauf: “Meine Tochter war kein Monster, sie war ein liebenswerter Mensch”.

 

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